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Leitbild des Trägers

Das Träger-Profil der katholischen Kindertagesstätte der Kirchenstiftung Eckenhaid

Die katholische Kirchenstiftung Eckenhaid sieht sich als Solidaritätspartnerin zu den Familien und ihren Kindern und hat deshalb die Trägerschaft der Kindergärten übernommen. Die Kirche sieht sich zugleich als Anwältin für die Familien in der Gesellschaft, d.h. sie setzt sich ein für Voraussetzungen, die Familie und Ehe ermöglichen.

Mit der Trägerschaft der Kindertagesstätten will die Kirche Eltern und Kindern ergänzend und unterstützend in ihrem Erziehungs-, Bildungs-, und Betreuungsauftrag zur Seite stehen (vgl. Dienstordnung Erzdiözese Bamberg). Sie verfolgt dabei das Ziel, die Kinder stark und eigenständig zu machen, damit sie ihren je eigenen Weg ins Leben finden. Pädagogische Arbeit ist dabei ebenso wesentlich, wie die religiöse Führung, deshalb kann sich die Bildungsarbeit nicht in der Erziehung zu moralischen Verhalten (z.B. Beachten von Regeln) und im Entdecken der eigenen Talente erschöpfen. Immer braucht es ein MEHR, nämlich einen Verstehenshorizont anzubieten, der die Transzendenz, also den Maßstab Gottes mit einbezieht.

Ein erstes Ziel liegt in der sozialen Bildungsarbeit und bedeutet für uns: „Hab breite Straßen im Kopf“. Erziehung heißt dem Kind eine Richtung zu geben. Es müssen die Grundsätze klar sein, jedoch fordern unterschiedliche Situationen in der Praxis unterschiedliche Lösungswege. Eine Vielfalt an Möglichkeiten wird gebraucht (ein Reservat an Möglichkeiten).

Je mehr Möglichkeiten ein Kind kennt mit einer Situation umzugehen, desto leichter wird es, diese souverän meistern. Es geht darum, schon im Kindergarten einen Grundstein für Flexibilität im Denken und Handeln zu legen. Wo eine große Vielfalt und Weite im Denken und Handeln vorherrscht, erfährt sich das Kind mit all seinen Gefühlen angenommen: Es kann lernen, mit Gefühlen wie Trauer, Zorn, Wut, mit Ängsten und Problemen, aber auch mit seinen eigenen Grenzen konstruktiv und kreativ umzugehen.

Natürlich sind Dinge wichtig, wie:

  • sich als Mitglied einer Gemeinschaft zu verstehen,
  • Rücksicht zu erfahren und zu gewähren,
  • das Kind entsprechend seines Alters und seiner Talente in seiner Entwicklung zu fördern,
  • dem Kind einen Freiraum zu geben.

Über religiöse Themen zu sprechen, ist dabei eine wichtige Möglichkeit, mit der Wirklichkeit umzugehen, z.B. hat Streit und Wut immer eine religiöse Dimension, denn das Religiöse ist nicht von außen aufgesetzt, sondern ist immer auch Bestandteil von alltäglichen Lebensvollzügen. Von großer Bedeutung ist dabei, Gespräche mit den Eltern zu führen und ihnen Einblick in die Erziehungsarbeit zu geben.

Ein zweites Ziel ist deshalb die religiöse Bildungsarbeit: „Glaube ist keine Schule von verklemmter Traurigkeit, sondern von einer tiefen Lebensfreude!“

Die Psychologie hat herausgestellt, dass der Mensch religiös veranlagt ist, deshalb braucht der Mensch auch die religiöse Dimension, um nicht seelisch krank zu werden. Aus diesem Grund ist es nötig, sich im Reden und Handeln von religiösen Bildern leiten zu lassen, z.B.:

  • das Bild vom vorraussetzungslosen Wert jedes Menschen, vor einem Denken, dass Menschen nach Können, Leistung und Geld bemisst
  • das Bild von der unbegrenzten Chance bei Gott, immer neu anfangen zu können – gegen das Denken: „Wenn du nicht der Schnellste und Beste bist, bist du draußen!“
  • das Bild, dass Grenzen nicht als Mangel, sondern als Chance des Reifens sieht
  • das Bild von Vergebung – gegen eine Haltung, in der Fehler vertuscht oder Sündenböcke gesucht werden.

Resümee

Als katholisches oder besser christliches Profil sehen wir beides:

Zum einen die soziale Erziehungsarbeit, die darauf hinzielt, den Kindern ein gewisses Handwerkszeug mitzugeben, sich in der Welt zurecht zu finden und im täglichen Miteinander gut bestehen zu können. Dies wird durch eine große Vielfalt und Flexibilität im Denken und Handeln erreicht.

Zum andern aber sehen wir es darin, dass diese allgemeine Erziehung bereichert und erweitert wird mit „Bildern der befreienden Botschaft Jesu“. Dieses aber setzt eine hohe Identifikation des Personals mit religiösen und kirchlichen Themen voraus, denn Kinder spüren sofort, wenn religiöse Bilder und Handlungen nur intellektuell beschrieben, selber aber nicht gepflegt werden.

Kinder erwarten Ehrlichkeit und Transparenz im Reden und Handeln.